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Persönliches

Recap der letzten drei Monate oder: Ein Plädoyer für Pausen

Anfang Mai habe ich hier auf meinem Blog und in Instagram aufregende Neuigkeiten mit euch geteilt: Ich möchte mich selbstständig machen und schreibe ein Buch. Seitdem sind knapp drei Monate vergangen. Deshalb dachte ich mir, dass es jetzt an der Zeit ist, eine kleine Recap zu schreiben.

Denn seit dem 1. August bin ich offiziell selbstständig als Freiberuflerin. Irgendwie ist das so mein Ding: August ist der Monat, der den Neuanfang bringt. Letztes Jahr habe ich am 1. August einen neuen Job angefangen. Dieses Jahr hat am 1. August offiziell meine Selbstständigkeit begonnen.

Bis es soweit war, ist einiges passiert. Ich habe meinen Job gekündigt, war danach drei Monate arbeitslos und habe in dieser Zeit meine Selbstständigkeit vorbereitet. Konkret sah das so aus, dass ich ein Seminar zum Thema Existenzgründung besucht, meinen Business Plan geschrieben und meinen Antrag auf Gründungszuschuss bearbeitet habe. Die letzten Monate eingeläutet und dominiert hat aber vor allem mein Buchprojekt.

Die vier Phasen des Buch Schreibens

Im Mai habe ich hochmotiviert losgelegt und fast jeden Tag an meinem Manuskript gearbeitet. Ich habe sehr viele Makramees geknüpft, Anleitungen dazu geschrieben und diese dann optimiert. Ich habe viel fotografiert und gefilmt.

Doch auf die erste Phase der Motivation folgte die zweite Phase: die Phase des Zweifelns. Ich habe mich viel mit anderen Büchern und Anleitungen zum Thema Makramee auseinandergesetzt. Im Zuge dessen kam immer mehr der Zweifel auf, dass das, was ich mit meinem Buch beitrage, nicht gut genug ist. Nicht neu und innovativ genug. Diese Bedenken nagen nach wie vor an mir und lassen sich nicht so leicht vertreiben.

Doch dann kam Phase drei: Druck. Die Deadline rückte immer näher und ich musste weiterkommen. Beim Weiterkommen hat mir u.a. geholfen, meinen aktuellen Stand mit meinem Freund zu teilen. Sein Feedback und Input haben mich einen entscheidenden Schritt weitergebracht. Außerdem hat mich eine Freundin bei dem Fotoshooting für die Bilder im Buch unterstützt. (Learning: Scheu dich nicht um Hilfe zu fragen!)

Mitte Juli war es endlich so weit, dass ich mit dem Manuskript zufrieden war. Am Montag, den 19. Juli habe ich all meine Dokumente, Fotos, Grafiken & Co., die ich in den letzten Wochen und Monaten fabriziert, geschrieben und gestaltet habe mit meinem Verlag geteilt. Und somit einen sehr wichtigen Meilenstein erreicht, denn der Großteil meiner Arbeit war erledigt. Grafik und Layout liegen beim Verlag. Ab sofort muss ich nur noch Feedback geben.

Phase 4: Erschöpfung

Normalerweise sollte ich mich darüber freuen und diesen Erfolg feiern. Das war auch der Plan. Aber seltsamerweise war ich am Tag der Abgabe einfach nur seltsam drauf. Ich konnte gar nicht klar denken und hatte irrsinnige Kopfschmerzen. Ich war dann wohl in Phase vier angekommen: Erschöpfung.

Jede*r, die oder der schon Mal über längere Zeit an einer Sache oder einem Projekt gearbeitet hat, weiß bestimmt, wie anstrengend es ist, dauerhaft kreativ zu sein und neue Ideen zu haben. Aber ich möchte hier weder rumjammern noch mich beschweren. Ich weiß, dass ich mich in einer unglaublich privilegierten Lage befinde und bin sehr dankbar dafür, dass ich die Möglichkeit habe ein Buch zu schreiben und mit meiner Kreativität Geld zu verdienen.

Ein Plädoyer für Pausen

Trotzdem muss ich mir selbst immer wieder sagen: Es ist auch völlig ok sich nach ein paar anstrengenden Wochen und Monaten einzugestehen, dass man erschöpft ist. Früher hätte ich mich aufgrund meiner fehlenden Energie schlecht gefühlt. Eigentlich nicht nur früher. Immer noch. Immer noch fällt es mir schwer, mir einzugestehen, dass das ok ist.

Es ist sehr schwierig für mich meine körperlichen Grenzen in dieser Umbruchphase zu akzeptieren. Vor allem, weil ich gerade am Anfang meiner Selbstständigkeit stehe. Nachdem ich mein Buchprojekt fast abgeschlossen habe, ist jetzt die Zeit gekommen, um mich vollkommen auf meine Existenzgründung zu konzentrieren.

Jeden Tag ein kleines bisschen

Es trudeln auch nach und nach die ersten Jobs ein. Ich profitiere von meinem Netzwerk und meinen bisherigen Jobs. Mein Antrag auf Gründungszuschuss wurde bewilligt und somit sind die finanziellen Sorgen ein kleines bisschen geschrumpft.

Aber es geht eben gerade nicht mit voller Power, sondern jeden Tag nur ein kleines bisschen. Doch auch das bringt mich voran. Es muss nicht immer das volle Programm sein. Ich kann zwischendurch einfach Pause machen. Und dann weitermachen. Genau so, wie das schon der alte Straßenkehrer Beppo (aus dem Buch „Momo“ von Michael Ende) gemacht hat.

Ich denke, das ist eins der größten Learnings aus den letzten Monaten. Ein Business Plan schreibt sich nicht mit einem Fingerschnipsen. Und ein Buch schon gleich gar nicht. Ich habe gelernt, dass es ok ist, meine großen Ziele in kleine Zwischenziele zu unterteilen. Auch die kleinen Erfolge zu feiern und mich dafür zu loben, fällt mir noch schwer. Aber auch das wird kommen. Nach und nach.

1 Comment

  • Theresa
    13. August 2021 at 12:33

    Schön, über deine Erfahrungen zu lesen! Beim Fotoshooting zu helfen, hat echt Spaß gemacht und war für mich voll die Bereicherung. 🥰

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