Menu
Blog / DIY / Persönliches

Umzugsbericht Teil 1: Küchen Make Over

Vor etwas mehr als einer Woche sind wir umgezogen. Unseren Umzug will ich zum Anlass nehmen, um hier auf dem Blog wieder aktiver zu werden. Das Schreiben hilft mir außerdem dabei den Prozess, wie unsere neue Wohnung zu einem Zuhause wird, zu dokumentieren. Denn gerade im Umzugsstress vergisst man oft, was man schon alles geschafft hat. Und im Grunde ist ein Umzug und die Wohnung einzurichten ja nichts anderes als ein riesengroßes DIY-Projekt. Um Kosten zu sparen möchten wir einiges selbst machen, wie zum Beispiel unsere Küche selbst einbauen.

Projekt Nummer 1: Eine neue Küche

Vor unserem Einzug gab es in unserer neuen Wohnung keine Küche und somit war der Kücheneinbau unser erstes großes Projekt. Da wir seit Anfang November schon den Schlüssel für die neue Wohnung haben, konnten wir dieses Großprojekt bereits vor dem Umzug angehen. In unserer alten Wohnung haben wir auch eine Ikea-Küche selbst eingebaut und nach einer kurzen Recherche hat sich schnell ergeben, dass wir das wieder machen. Das ist, unserer Meinung nach, für eine Mietwohnung einfach die günstigste Option. Wir werden nicht für immer in dieser Wohnung bleiben und eine Wohnung mit einer unglaublich hohen Ablöse für die Designer-Einbauküche irgendwann weiter zu vermieten stellen wir uns schwieriger vor als eine relativ niedrige Ablöse für eine Ikea-Küche zu verlangen.

Der Traum einer Kochinsel wird wahr

Der Grundriss unserer Küche mit dem Wasseranschluss und dem Starkstromanschluss hat uns in der Planung etwas eingeschränkt. Der Raum ist außerdem nur knapp 10 qm groß. Aufgrund der Größe und des Grundrisses war klar, dass wir von der Form her entweder eine L-Küche oder eine U-Küche einbauen. Wir haben beide Varianten mit dem Ikea Küchenplaner (liebe ich) durchgespielt und dann bei einem Beratungstermin mit einer Küchenplanerin vor Ort durchgesprochen. Letztendlich haben wir uns für die L-Form mit einer Mini-Kochinsel entschieden.

Bei der Planung der Küche orientiert man sich immer an den Anschlüssen. Der Wasseranschluss in unserer neuen Küche ist im linken Eck und deswegen war klar, dass hier das Waschbecken und die Spülmaschine hinkommen. Aufgrund der Fensterfront auf der rechten Seite ist ebenfalls logisch, dass wir die linke Seite nutzen für Hoch- und Wandschränke. Auf der linken Seite befinden sich auch zwei Steckdosen für Ofen und Kühlschrank – also hat sich das auch so ergeben, dass wir hier beide Elektrogeräte platzieren.

Die Kochinsel ist dadurch bedingt, dass sich der Starkstormanschluss auf der rechten Küchenseite befindet. Da es hier unmöglich ist eine Dunstabzugshaube einzubauen, haben wir uns für einen im Kochfeld integrierten Dunstabzug entschieden. Außerdem wird so mein Traum von einer Kücheninsel – zumindest in sehr klein – endlich Wirklichkeit.

Wir haben uns gegen die U-Form entschieden, da der Platz in der Mitte der Küche dann etwas eingeschränkter gewesen wäre und zum Beispiel das Einräumen der Spülmaschine nur von einer Seite möglich gewesen wäre. Mit der L-Form und der Insel haben wir etwas mehr Platz, um uns zu bewegen und die Spülmaschine zu bedienen.

Küchenfronten in Salbeigrün

In unserem Pinterest Mood-Board wurde schnell klar, dass uns salbeigrün bzw. ein helleres Graugrün mit einem Hauch Blau sehr gut als Farbton für die Fronten von unserer Küche gefällt. Bei Ikea gibt es aktuell aber leider keine Front, bei der uns die Farbe überzeugt hat. Farblich am ehesten an unserer Wunschfarbe sind die BODARP Fronten, jedoch sind uns diese etwas zu dunkel.

Wir haben uns bei unserer Recherche in einen Farbton von Plum Living verliebt: Stone. Plum Living bietet speziell für Ikea Küchen (bzw. die METOD Korpora) Fronten in verschiedenen Farbtönen und mit unterschiedlichen Materialien an. Bei Ikea bestellt man dann nur die Korpora ohne Fronten, Deckseiten und Sockelleisten. Jedoch sind die Fronten von Plum Living mehr als doppelt so teuer wie herkömmliche Ikea Fronten.

Aus diesem Grund haben wir beschlossen, dass wir bei Ikea schlichte weiße Fronten kaufen und diese dann selbst in unserer Wunschfarbe lackieren. Hierfür haben wir uns den Lack von Kolorat im Ton K/20-7-20-19/T (Markennennung, selbst gekauft) bestellt. Tatsächlich wirkt der Lack in Echt doch blauer, als wir es uns vorgestellt haben bzw. als es auf dem Monitor und der Farbkarte aussieht. Es kommt aber auch sehr auf das Licht an (Tageslicht, künstliches Licht etc.). Wir sind aber trotzdem zufrieden mit unserer Farbauswahl.

Einfach lackieren?

Anstatt mit einer Lackrolle mühsam alle Fronten zu lackieren, haben wir uns das Farbsprühsystem W 590 Flexio von Wagner (Markennennung, selbst gekauft) zugelegt. Dann habe ich die Fronten nach und nach von allen Seiten besprüht und zwischendurch trocknen lassen. Was sich jetzt so einfach schreibt, war tatsächlich mühsamer als gedacht. Denn die richtige Technik herauszufinden, wie ich die Fronten besprühe, ohne dass die Farbe verläuft oder die Fronten festkleben, hat mich mehrere Anläufe und Nerven gekostet. Das Ergebnis ist trotzdem ganz gut geworden, perfekt ist es aber nicht. In Summe fallen kleine Schönheitsfehler zum Glück nicht so auf. Mit besserer Vorbereitung bekommt man also bestimmt ein super Ergebnis hin.

Meine Learnings:

  • Fronten beim Lackieren auf jeden Fall hinlegen und nicht stellen, denn sonst verläuft die Farbe und bildet unschöne Nasen!
  • Am besten die Fronten leicht erhöht auf Holz- oder Papierleisten legen und darunter einen großen Karton oder eine Plastikfolie. Durch die Erhöhung können die Fronten nicht am Karton oder der Folie festkleben.
  • Großzügig den Boden schützen mit Folie oder Karton ist ein Muss!
  • Auch wenn der Mitarbeiter im Baumarkt etwas anderes erzählt: Die Fronten vor dem Lackieren immer anschleifen, damit der Lack gut hält.

Küche fliesen oder nicht fliesen – das ist hier die Frage!

In der neuen Wohnung befand sich auch kein Fliesenspiegel. Da es sich um eine Mietwohnung handelt, dürfen wir leider nicht auf herkömmliche Art und Weise mit Fliesenkleber & Co. fliesen. Deswegen waren wir auf der Suche nach einer Alternative für die Küchenrückwand.

Ein Fliesenaufkleber kam nicht in Frage, da wir diese Option schon bei unserer jetzigen Küche ausprobiert haben und uns das Erscheinungsbild leider nicht überzeugt hat. Eine weitere Möglichkeit war die Option selbstklebende Fliesen. Diese gibt es z.B. als Selbstklebemosaik bei Bauhaus zu kaufen. Die Fliesen haben eine Art doppelseitiges Klebeband auf der Rückseite und können so auf die Wand aufgeklebt und bei Auszug auch wieder leicht abgemacht werden. Allerdings ist die Designauswahl hier sehr begrenzt und keines der Designs hat uns überzeugt.

Ich bin dann irgendwann auf Click’n’Tile gestoßen – ein Start Up aus Dänemark, dass eine Art Legosystem für Fliesen entwickelt hat. Ein großes Pro: Die Fliesen sind aus recyclingfähigem Material und können jederzeit ausgetauscht werden. Mein Freund wollte jedoch keine „Plastikfliesen“ haben.

Fliesen ohne Fliesenkleber mit Cristalgrip

Letztendlich hat uns dann das System Cristalgrip von Johnson Tiles (Markennennung, da selbst gekauft) überzeugt und wir haben es ausprobiert. Das System funktioniert so, dass man ein Trägergewebe hat, das man auf die Wand aufbringt. Dieses kann jederzeit wieder leicht entfernt werden. Darauf kann man mit einem Fliesenhaftgewebe herkömmliche Fliesen „aufkleben“ und diese dann verfugen. In diesem Produktvideo wird genau gezeigt, wie es funktioniert.

Mit Cristal Grip konnten wir uns unsere Wunschfliesen aussuchen und diese an die Wand anbringen. Mein Freund hat innerhalb von einem Tag die Fliesen an der Wand befestigt und verfugt. Wir sind echt zufrieden mit dem Ergebnis. Das System hat super funktioniert und wir hoffen, dass es auch lange hält.

Unsere Selfmade-Küche

Seit Samstag ist die Küche so gut wie fertig und sie ist komplett selfmade. Den Großteil hat mein Freund übernommen, ich habe jedoch fleißig die Korpora und die Schubladen mit aufgebaut sowie die Fronten lackiert. Es fehlen noch ein Regalbrett über dem Fliesenspiegel sowie die Deckseite bei der Kochinsel und beim Hochschrank.

Die Küche ist vielleicht nicht perfekt und hat hier und da kleine Schönheitsfehler, aber wir sind trotzdem sehr zufrieden mit dem aktuellen Ergebnis. Vor allem, aufgrund der Tatsache, dass wir Laien und keine Profi-Handwerker/-Maler/-Lackierer/-Küchenbauer sind. Wie gefällt die Küche euch?

No Comments

    Leave a Reply